Rainy Days 2009
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«Trouvailles» – 9 Performances & 32 Installationen
plus minus

European Pentagon (Safe and Sorry Pavilion, Place de l’Europe)
Emmanuel Rébus: Philharmonie
Emmanuel Rébus: Cour de Justice

En coopération avec le Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean et la Cour de Justice des Communautés européennes

«Der Rhythmus dieser parallelen Stangen in mehreren elliptischen Reihen wurde mathematisch und musikalisch», sagte Christian de Portzamparc einmal über die Fassade der von ihm gestalteten Philharmonie. Welche Musik steckt in der Architektur? Diese Frage stellt der in Paris lebende «Klangforscher», Mathematiker und Musiker Emmanuel Rébus, der sich besonders mit den Klangeigenschaften großer Metallkonstruktionen auseinandersetzt. Die Philharmonie und der auf der gegenüberliegenden Seite der Avenue John F. Kennedy gelegene Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften, zu entdecken als Musikinstrumente.

Philharmonie, Entrée des Artistes (1, Place de l’Europe)
Peter Ablinger: WEISS/WEISSLICH 36, Kopfhörer

Wie funktioniert der Orientierungssinn (das Hören), wenn die akustische Überinformation des städtischen Alltags nicht mehr durch die gewohnte Funktion der Ohren gefiltert wird, sondern alle Klänge plötzlich «gleich wichtig» sind? Mit in der Philharmonie ausleihbaren präparierten Kopfhörern (mit eingebauten Mikrophonen) können Sie die normalerweise von den eigenen Ohren automatisch ausgeblendeten Bestandteile der akustischen Umgebung erkunden.

Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (Place de l’Europe)
Dan St. Clair: Call Notes

Coproduction Mudam et Philharmonie

Auf dem Platz zwischen Philharmonie und Mudam lohnt es sich, den Vogelgesängen zuzuhören. Genauer gesagt: den Call Notes des in Brooklyn/ New York lebenden Klangkünstlers Dan St. Clair. Aus solarbetriebenen Lautsprechern hoch in den Bäumen erklingen täuschend echte Vogelstimmen, die Melodien von der Hitparade bis zum Hämmelsmarsch singen.

Fort Obergrünewald (GPS: N49°36.952’, E006°08.297’)
Erwin Stache: FlüsterLaut für Megaphone, Motoren und Stimmen

En coopération avec l’Administration des bâtiments publics du Grand-Duché de Luxembourg

Laute, eindeutige Signale sind auf der über 300 Jahre alten Festungsanlage am Rande des Kirchberg-Plateaus schon lange nicht mehr zu hören. Mit leisen Stimmen aus beweglichen Megaphonen lädt der Musiker, Komponist und Klangmaschinenbauer Erwin Stache dazu ein, das spektakuläre Terrain hinter Philharmonie, Mudam und Festungsmuseum zu entdecken – akustische «Leuchttürme» flüstern einander (und den Zuhörern) Botschaften zu.

Fort Niedergrünewald, Tour Espagnole (GPS: N49°37.042’, E006°07.997’)
Emmanuel Rébus: Pont rouge

En coopération avec l’Administration des Ponts et Chaussés du Grand-Duché de Luxembourg et le Service des Sites et Monuments nationaux, Luxembourg

Der Gesang der Roten Brücke – eine Live-Übertragung der Klänge aus dem Inneren des Pont Grande-Duchesse Charlotte an einen erstaunlichen Aussichtspunkt. Eine kurze Wanderung, die die unwirkliche Hauptverkehrsader zwischen Altstadt und Kirchberg aus neuen Perspektiven wahrnehmbar werden lässt.

Grand Théâtre de Luxembourg, Salle Entrée des Artistes
(1, rond-point Schuman; Zugang über den Künstlereingang)
Peter Ablinger: A Letter From Schoenberg. Komplementäre Studie in zwei
Teilen aus: Quadraturen III («Wirklichkeit»). Studien für computergesteuertes Klavier

En coopération avec le Grand Théâtre de Luxembourg

Haben sie schon einmal ein Klavier sprechen hören? Haben Sie schon einmal Arnold Schönberg einen zornigen Brief diktieren hören? Peter Ablinger hat ein ungewöhnliches akustisches Fundstück aus dem Nachlass des Komponisten analysiert und für computergesteuertes Klavier transkribiert. Man hört nichts als ein Klavier – und versteht jedes Wort (auch jedes unfreundliche).

Roude Pëtz (Grand Rue), Telefonzelle
Georges Aperghis: Récitation 11

En coopération avec P&T Luxembourg

«Comme ça – faut pas vous appeler comme ça – va lui demander, toi – et puis – je m’excuse…» – ein belauschtes «Telefongespräch» in einer während des Festivals in der Fußgängerzone aufgestellten Telefonzelle bietet einen Einblick in das humorvolle Klanguniversum des in Paris lebenden griechischen Komponisten Georges Aperghis. «Die Grundidee der Récitations besteht darin, Silben und Phoneme so zu verwenden, als seien es Noten oder Tonhöhen. Anstatt Melodien oder Tonhöhen nur mit unterschiedlichen Tonhöhen zu kreieren, arbeite ich mit den einfachen Bausteinen unserer Sprache.» (Georges Aperghis)

Mobilier Bonn (9, rue Philippe II)
Young Sup Kim: Koexistenz

«Die Bedeutung oder der Wert von etwas bleibt nicht gleich, neue Bedeutungen und Werte entwickeln sich, doch die ursprünglichen gehen nicht verloren.» Traditionelle koreanische Keramik, früher ein wichtiger Haushaltsgegenstand, ist längst durch moderne Geräte ersetzt und findet sich heute in Museen und kunsthandwerklichen Sammlungen. Diesen Weg des Alltags- zum Kunstgegenstand zeichnet der südkoreanische Klangkünstler Young-Sup Kim mit weißen Lautsprecherkabeln weiter und haucht den ‹traditionellen› Kunstgegenständen mit seiner subtilen elektroakustischen Klanginstallation Koexistenz neues Leben ein.

Place de Paris
Peter Ablinger: Place de Paris. Schilderungen

En coopération avec la Ville de Luxembourg et le LCTO – Luxembourg City Tourist Office

Die Geräusche des Straßenverkehrs, der Fußgänger, der Cafés oder auch der Stände des Weihnachtsmarkts hört man so oft, dass man sie fast nie beachtet. Aber welche Musik ist in den Klängen des Alltags verborgen! Mit rund einem Dutzend kurzer Höranleitungen lädt der in Berlin lebende österreichische Komponist Peter Ablinger Sie ein, die Ohren zu schärfen für spannende akustische Fundstücke auf der Place de Paris.

Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain
(cave / Keller; 41, rue Notre-Dame)
Jean-Guillaume Weis, Vittoria de Ferrari Sapetto danse
Noise Watchers Acousmonium
Arthur Stammet, Laurent Willkomm projection sonore
Roman Haubenstock-Ramati: Ulysses. Poème chorégraphique (extraits)

En coopération avec Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain et Noise Watchers a.s.b.l.

Mit seiner 1977 entstandenen Musik für Tonband Ulysses hat der Komponist Roman Haubenstock-Ramati (siehe das Orchesterkonzert am 28.11.) eine faszinierende akustische Landschaft für Tänzer geschaffen – zart, poetisch, düster, geheimnisvoll, stets in Bewegung und voller Überraschungen. Jean-Guillaume Weis und Vittoria de Ferrari Sapetto begeben sich in diesen «Szenen einer Wanderung» auf die Spuren von Odysseus/Ulysses.

Point de rencontre / Treffpunkt: Casino Luxembourg –
Forum d’art contemporain (41, rue Notre-Dame)
Peter Ablinger: 3 Orte Luxemburg

  • 1. Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain (Ballsaal)
  • 2. Restaurant Alexandre Bourgeois (Treppenhaus)
  • 3. Église Saint-Jean
Beginn des Parcours, Dauer: ~90’

En coopération avec le Conservatoire de musique de la Ville de Luxembourg, Casino Luxem- bourg – Forum d’art contemporain, Restaurant Alexandre Bourgeois, Église Saint-Jean (Stadtgrund)
Gratis-Tickets auf Anfrage
www.philharmonie.lu, (+352) 26 32 26 32

Im Rahmen eines gemeinsamen Hör-Spaziergangs von Musikern und Publikum werden drei unterschiedliche Räume akustisch ausgelotet: Zwei Klarinetten, Horn, Violine und Kontrabass spielen einen liegenden Klang, der genau dem jeweiligen spezifischen Frequenzspektrum entspricht; gemeinsam geht es weiter zum zweiten, dann zum dritten Ort. (Da die Anzahl der Zuhörer begrenzt ist, reservieren Sie bitte Ihr Gratis-Ticket vorab über die Philharmonie. Beginn der beiden Parcours ist im Casino.)

16:10* / 16:25 Gare de Luxembourg (11, place de la Gare)
16:45* / 17:00 Place de Paris
17:30 / 17:45 Aldringer
18:15 / 18:30 Place d’Armes (Pavillon)
19:00 / 19:15 Place Guillaume II
Ensemble instrumental de professeurs de l’Ecole de musique de l’UGDA
Musique de Jean-Paul Frisch, Luc Grethen, Luc Rollinger, Maurizio Spiridigliozzi

* Après l’ouverture officielle du Marché de Noël / im Anschluss an die offizielle Eröffnung des Weihnachtsmarkts

En coopération avec l’UGDA – Union Grand-Duc Adolphe, la LGNM – Lëtzebuerger Gesellschaft fir nei Musek, les CFL, la Ville de Luxembourg et le LCTO – Luxembourg City Tourist Office

Vier Luxemburger Komponisten haben jeweils einen Städtenamen in einer kurzen Komposition für Blaskapelle versteckt – zu hören im Bahnhof und auf verschiedenen Plätzen in der Stadt. Raten Sie mit und gewinnen Sie eine Freikarte für eines der Konzerte im Festival rainy days 2009!

17:00 / 17:15 Bureau de Poste Luxembourg-Centre (25, rue Aldringen)
17:45 Bureau de Poste Luxembourg-Gare (38, place de la Gare)
18:15 / 18:30 Gare de Luxembourg (11, place de la Gare)
19:15 / 19:30 Bibliothèque municipale (3, rue Genistre/Place d’Armes)
Markus Brönnimann flûte
Jean Philippe Vivier trombone
Leon Ni trombone
Gabriela Fragner contrebasse
Benjamin Schäfer percussion

Roman Haubenstock-Ramati: Graphische Partituren

En coopération avec login: music – le département éducatif de l’Orchestre Philharmonique du Luxembourg, P&T Luxembourg, les CFL et la Bibliothèque municipale de la Ville de Luxembourg

In den 1950er Jahren begegnete Roman Haubenstock-Ramati in Paris Alexander Calder und Jackson Pollock – die Mobiles und das Action Painting wurden wichtige Anregungen für den Pionier der Graphischen Partituren. Musiker des OPL präsentieren am Vortag des Orchesterkonzerts (bei dem unter anderem Haubenstocks Symphonie K zu hören ist) ausgewählte Musikgraphiken – Bilder, deren musikalischer Sinn viele mögliche Hör- und Lesarten eröffnet. Denn: «Am schönsten sind die Rätsel, die mehrere Lösungen zulassen.» (Roman Haubenstock-Ramati)

13:00 Tapis Hertz (44, Grand Rue)
Claude Lenners direction
Jean-Guillaume Weis, Vittoria de Ferrari Sapetto danse
Mariette Zenners présentation
18:00 Benetton United Colors, Belval Plaza
(7, avenue du Rock’n’Roll, L-4361 Esch/Alzette)
Classe de chant Conservatoire Esch
Arthur Stammet chef de choeur

Samedi / Samstag / Saturday 28.11.2009

11:00 Tapis Hertz (44, Grand Rue)
Claude Lenners chef de choeur
Jean-Guillaume Weis, Vittoria de Ferrari Sapetto danse
12:00 Boutique Armand Thiery, Centre commercial Auchan (5, rue Alphonse Weicker, L-2721 Luxembourg-Kirchberg)
Albena Petrovic-Vratchanska chef de choeur
13:00 Benetton United Colors
Shopping Center La Belle Étoile
(route d’Arlon, L-8011 Bertrange)
Pueri Cantores choeur
Pierre Nimax jr. chef de choeur
14:00 Alain Afflelou
(29, avenue de la Gare)
Marcel Lallemang chef de choeur
Alex, Philippe, Francis, Charel & Conny Lallemang interprétation
15:00 Schifflange, Syndicat d’initiative
(14, avenue de la Libération, L-3850 Schifflange)
Chorale Sainte-Cécile Schifflange
Laurent Willkomm chef de choeur
16:00 Exposition de la Commune de Dudelange
(62, avenue Grande-Duchesse Charlotte, L-3441 Dudelange)
Marc Meyers chef de choeur

Claude Lenners: Fischkonzert für 3 Stimmen und Dirigent(in)

En coopération avec Noise Watchers a.s.b.l. et Solidarität mit Hörgeschädigten a.s.b.l.

Drei (stumme) Sänger(innen) befinden sich in einem Schaufenster; ein(e) Dirigent(in) befindet sich mit dem Publikum außen vor dem Schaufenster. Der/die Dirigent(in) gibt Einsätze für die Sänger, deren lautlose Mundbewegungen von außen betrachtet an Fische unter Wasser erinnern. Fakultativ kann der Text in Gebärdensprache übersetzt und von Tanz begleitet werden. Ausgangspunkt der Performance ist die Thematik der Hörgeschädigten, die anhand eines Textes über die Ertaubung des Komponisten Ludwig van Beethoven mimisch und gestisch dargestellt wird.

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Samedi / Samstag / Saturday
05.12.2009 20:00
Salle de Musique de Chambre

«Vous avez la parole vous avez ma parole!»
Concert-conversation

Jacques Rebotier conception, musique
Ernst Herbeck, Jacques Rebotier texte

Ensemble Court-circuit
Pierre Dutrieu clarinette
Adeline Lecce violoncelle
Didier Meu contrebasse
Mélanie Brégant accordéon
Eve Payeur percussion
Jacques Rebotier comédien
Nicolas Déflache réalisation en informatique musicale (studio Césaré)
Vincent Baltz régisseur

Commande de l’État. Coproduction Ensemble Court-circuit, Césaré – Centre National de Création Musicale de Reims, Cie voQue / Jacques Rebotier Avec le soutien de l‘Ircam, de la Muse en circuit, du Centquatre et de l‘Adami
Tickets: 15 € (<27: 9 €) forfait journalier pour les événements du 05.12.2009 / Tageskarte für die Veranstaltungen am 05.12.2009 – Passe-partout rainy days: 45 € (<27 ans: 27 €) – www.philharmonie.lu, (+352) 26 32 26 32 – Luxembourgticket.lu, (+352) 47 08 95-1

Cesare-Logo / Adami-Logo / CCP-Logo

Unter der Leitung des französischen Komponisten Jacques Rebotier sprechen Musiker, sprechen miteinander und reisen. Eine Reise rund um Worte und Musik und um die «Poésie brute» von Ernst Herbeck. «Spiegel, Spiel und Wort: ein alltäglicher Ent-Sprechgesang, der das Instrumentalspiel, die Intonation, die Artikulation nachzeichnet. Unisono, Entschachtelung, Chor, Solo, Tutti. Kein Sänger, kein Sprecher, der Text muss ohne Spezialisten des Verbs und der Stimme auskommen.
Zweisprachig: ein weiterer Spiegel. Übersetzung simultan oder sukzessiv oder übereinandergeschichtet oder fliehend, das Österreichische und das Französische als ihre eigenen Schatten, flüchtig und wechselseitig. Was eine elektronische Bearbeitung des Worts noch vervielfacht (Césaré). Und die Musik, hindurchströmend.
Für das Textmaterial fiel meine Wahl auf die Gedichte Ernst Herbecks. Kurze, rätselhafte, lapidare Texte, geschrieben von einem Psychotiker, dem sein (Anti-)Psychiater, Leo Navratil, in den 1950er Jahren eine Therapie vorgeschlagen hatte, die auf einem Gedicht pro Tag bestand, jeweils zu einem vorbestimmten Wort, gelb, Frau, Brille … Das Ergebnis: 5000 Gedichte von einer Poesie, die man ‹roh› nennt.»
(Jacques Rebotier)

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Jacques Rebotier: Vous avez la parole vous avez ma parole (photo: Jaques Rebotier)

© Philharmonie Luxembourg 2009 Responsable de la publication: Matthias Naske
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