They started to value their time, that’s when the […] world disappeared.

(Morton Feldman)

Tempo ist nicht eine Realität an sich, sondern eine Bedingung.

(Sergiu Celibidache)

In der Musik ist es seit Jahrhunderten selbstverständlich, bestimmten Zeit- und Tempoangaben eine emotionale Qualität zuzuschreiben und das entsprechende Musikstück auf diese Weise zu interpretieren. Aber warum sollte das auf die Zeit in der Musik beschränkt bleiben?

(Olaf Georg Klein: Zeit als Lebenskunst)

take your time said to mean that you can spend as much time as you need in doing something, or that you should slow down.

(Cambridge Dictionaries)

The only reason for time is so that everything doesn’t happen at once.

(Albert Einstein)

take your time

«Der Niedergang der Teppiche begann, als die Leute nicht mehr drei Monate lang wie ein Idiot zehn Stunden am Tag dasitzen wollten, sie fingen an, synthetische Farbstoffe zu verwenden – kurz, sie fingen an, ihrer Zeit einen Wert beizumessen, und in diesem Moment verschwand die Welt der Teppiche.»
(Morton Feldman)

Als Sammler alter anatolischer Nomadenteppiche empfand Morton Feldman die Erfindung des Zeitgefühls im 19. Jahrhundert nicht als Verbesserung, sondern als Verlust. Falls man im 21. Jahrhundert vor lauter Zeit sparen und Zeit gewinnen überhaupt noch einen Moment fi ndet, um darüber nachzudenken, wird man ihm auch ganz ohne Teppich recht geben.

Um sich auf die Suche nach der verlorenen Kunst der Langsamkeit zu machen, ist nichts besser geeignet als Musik – von Feldmans sechsstündigem Zweitem Streichquartett bis zu Mahlers Adagietto, von Ferneyhoughs Effi zienzstudie für Cello bis zu Messiaens Lob der Ewigkeit Jesu, von Hauers hypnotisierenden Zwölftonspielen bis zu den Endlosschleifen der Minimal Music, von Liebesliedern bis zu einem begehbaren Adagio.

Während vier Tagen und Nächten inmitten der hektischen Vorweihnachtszeit bietet Ihnen das Festival rainy days 2013 unerwartete Inseln der Ruhe: acht Stunden in der Abtei Neumünster, in denen ‹unvergängliche› musikalische Momente Sie einladen, so lange zu verweilen wie Sie möchten, «The Arditti String Quartet Marathon» (in Kooperation mit Slow Food Luxembourg) und ein sinnliches «Best of» langsamer Orchestermusik mit dem OPL. Sie haben momentan keine Zeit? Bei den rainy days 2013 fi nden Sie sie wieder.

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Donnerstag 28.11.2013 20:00
Studio Lucilin (20a, rue de Strasbourg, L-2560 Luxembourg)

«Forever»

Zeit + Musik = ein Themenabend im Studio Lucilin

Strawberry Fields Forever, eine Effizienzstudie für einen extrem schnellen Cellisten und eines der langsamsten Stücke der Welt – ein buntes Konzept-Konzert im Studio Lucilin.

Pierre Strauch violoncelle
United Instruments of Lucilin
André Pons-Valdès violon
Tomoko Kiba violon
Danielle Hennicot alto
Sophie Deshayes flûte
Marcel Lallemang clarinette
Pascal Meyer piano
Guy Frisch percussions

Benoit Meudic ingénieur son
Sébastien Naves sonorisation

Christoph Herndler: 2 Minuten für Flöte, Klarinette, 2 Violinen, Viola und Percussion (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)
Mathias Spahlinger: vorschläge. konzepte zur ver(über)flüssigung der funktion des komponisten (extraits)
Bernd Alois Zimmermann: Vier kurze Studien für Violoncello solo
Patricia Alessandrini: Étude N° 1 bis d’après Scarlatti pour piano
Brian Ferneyhough: Time and Motion Study II for singing cellist and live electronics
François Narboni: L’Allante heure pour clarinette et quatuor à cordes
Olivier Messiaen: Quatuor pour la fin du temps. 5. Louange à l’Éternité de Jésus pour violoncelle et piano
Christoph Herndler: 6 Minuten für Cello und Klavier (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)
Alvin Lucier: Nothing is Real (Strawberry Fields Forever) for piano, amplified teapot, tape recorder and miniature sound system
John Cage: One3 = 4’33” (0’0”) + [G clef] for performer amplifying the sound of an auditorium to feedback level

En coopération avec United Instruments of Lucilin

Lucilin

Tickets: 15 € (‹ 27: 9 €)

Ticket bestellen

Freitag 29.11.2013 11:00–19:00
Cercle Cité Luxembourg, Ratskeller
(Place d’Armes / rue du Curé, L-2012 Luxembourg)

«Time out»

Ruhige Momente für ein urbanes Laufpublikum

Haben Sie gerade einen Moment Zeit? Die Noise Watchers laden Sie mit kurzen Musikstücken mitten in der Stadt auf eine Insel der Ruhe.

12:00–13:30 & 14:30–16:00
Arundo Trio
Marcel Lallemang, Sébastien Duguet, Romain Gross
clarinettes

Ivan Boumans: Birdwatching… at dusk pour clarinettebasse (Uraufführung)
Olivier Messiaen: Quatuor pour la fin du temps. 3. Abîme des oiseaux pour clarinette solo
Bruno Mantovani: Blues pour clarinette solo
Philippe Schoeller: Horizon A pour deux clarinettes
TatsianaZelianko: Air of Confluence for clarinet in B and bass clarinet (Uraufführung)
Philippe Schoeller: Horizons-tal pour deux clarinettes
Edison Denisov: Two Piecesfor three instruments
Vinko Globokar: Discours IV pour 3 clarinettes: 3X, 6Y
Maurizio Spiridigliozzi: pause midi pour 3 clarinettes (Uraufführung)

11:00–12:00 & 13:30–14:30
Noise Watchers Unlimited
Arthur Stammet
sonorisation

Arthur Stammet: Zen (Uraufführung)
Laurent Willkomm: vincula (Uraufführung)
Bernard Parmegiani: accident / Harmoniques
Jens Hedman / Erik Mikael Karlsson: Anchorings / Arrows
Justice Olsson: A man is a delicate flame

16:00–19:00
Noise Watchers Unlimited
sonorisation

Musique méditative du Moyen-Âge au 21e siècle

En coopération avec Cercle Cité, Ville de Luxembourg, Noise Watchers Unlimited a.s.b.l.

  • Cercle
  • VDL
  • Noise Watchers

Freier Eintritt

18:00 Grand Foyer

«À la recherche du temps perdu»

Eröffnung der Klang- und Videoinstallationen

Ein begehbares Adagio, ein Vogelschwarm, der sich nur ruhigen Beobachtern zeigt, eine Geschwindigkeitsanzeige für Fußgänger und eine umwerfend kitschige Endlosschleife mit Frack und viel rosa Satin – die Klanginstallationen der rainydays 2013 (mit einem extra langsamen Gongschlag zur Eröffnung).

Grand Foyer
United Instruments of Lucilin
Pierre Strauch violoncelle (invité)
André Pons-Valdès violon
Tomoko Kibaviolon
Danielle Hennicot alto
Sophie Deshayes flûte
Pascal Meyer melodica
Guy Frisch percussions
Serge Kettenmeyer percussions

Catherine Kontz: The Moon Moves Slowly [But It Crosses The Town] for tam-tam and ensemble (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)

Freier Eintritt

Installationen
18:00–23:00
(siehe auch 01.12.)

Grand Foyer
Peter Ablinger: Labyrinth / Warteschlange (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)

Grand Foyer (Niche Foyer / Balcon)
Christoph Herndler: CA 60 MIN

Information & Billetterie
Erwin Stache: Kilo Meter pro Stunde (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung der Neufassung)

Espace Découverte
Patricia Alessandrini: Adagio sans quatuor

Salle de Répétition 2
Lynette Wallworth: Still:Waiting2

Salle de Répétition 1
RagnarKjartansson: God

Salon d’honneur
Video lounge

Backstage
18:15 / 18:30 / 19:00 / 19:15

Treffpunkt: Haupteingang
Visite guidée des installations sonores avec Patricia Alessandrini (F) / Guided Tour durch die Klanginstallationen mit Bernhard Günther (D)

Entrée libre / Freier Eintritt / Free admission

20:00 Salle de Musique de Chambre

«The never-ending story»

Minimal Music und mehr

Relaxed, meditativ und swingend – klassische Road Movies für die Ohren sowie neue Stücke zum 70. Geburtstag von «einem der kreativsten und vollendetsten Geiger der Welt» (The Sunday Times).

Ernst Kovacic violon
Mathilde Hoursiangou piano
Steve Reich: Violin Phase for violin and tape
Morton Feldman: For Aaron Copland for violin solo
John Cage: Nocturne for Violin and Piano
John Adams: Road Movies for violin and piano
Michael Jarrell: Doublepour violon et piano
Germán Toro-Pérez: Fugaz für Violine und Klavier
Beat Furrer: Lied für Violine
HèctorParra: Vers le blanc pour violon et piano

Backstage
19:30
Salle de Musique de Chambre
«Zeitschleifen» – Ernst Kovacic im Gespräch (D)

Tickets: 15 € (‹ 27: 9 €) Tageskarte für die Konzerte am 29.11.2013

Ticket bestellen

21:30 Salle de Musique de Chambre

«Love songs»

Musik des Verlangens – von Wagner zum 21. Jahrhundert

Langsame Liebeslieder zum Kuscheln, Engtanzen und sich die Brille beschlagen lassen – das gibt es nicht in einem Festival für zeitgenössische Musik? Natürlich gibt es das – bei den rainydays 2013. Lassen Sie sich viel Zeit…

ensemblerecherche
Melise Mellinger violon
Barbara Maurer alto
Åsa Åkerberg violoncelle
Martin Fahlen bockflûte
Jaime González hautbois
Shizuyo Oka clarinette
Christian Dierstein percussion
Klaus Steffes-Holländer, Jean-Pierre Collot piano

Richard Wagner: Tristan und Isolde
Vorspiel (instr. für Klavier zu 4 Händen von Josef Venantius von Wöss, nachbearbeitet von Jean-Pierre Collot)
Liebestod (instr. für Klavier solo von Franz Liszt)
François Sarhan: scènes d’amour pour 1 à n instruments et fichier son
Carola Bauckholt: Liebeslied
Wolfgang A. Mozart: Adagio fürGlasharmonika KV 617a (arr. Salvatore Sciarrino)
Lucia Ronchetti: Rosso pompeiano. Scherzo for ensemble
Claude Debussy: Prélude à l’après-midi d’un faune (arr. pour flûte et piano par Gustave Samazeuilh)
Hans Abrahamsen: Liebeslied
Enno Poppe: Schweiß
Fabio Nieder: Der SCHUH auf dem WEG zum SATURNIO. Ein Liebesgesang in drei Bildern
Franz Liszt: Orpheus (arr. Pierre Strauch)

Tickets: 15 € (‹ 27: 9 €) Tageskarte für die Konzerte am 29.11.2013

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23:00 Grand Foyer

«United Instruments of Lucilin»

Catherine Kontz: The Moon Moves Slowly [But It Crosses The Town] for tam-tam and ensemble (2013, Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg) – 8–10’

Freie Eintritt

Samstag 30.11.2013 16:00–24:00
Abbaye de Neumünster & Église Saint-Jean (Stadtgrund)
(28, rue Münster L-2160 Luxembourg)

«Verweile doch, du bist so schön»

Sieben ‹unendliche› Momente, die so lange dauern wie man möchte

Sieben parallele Hörerlebnisse, bei denen die Zeit stillsteht – vom Endlos-Song bis zum Zen-Buddhismus. Eine acht Stunden lang wachsende Renaissance-Motette. Morton Feldmans sechs Stunden dauerndes Zweites Streichquartett. Und die Freiheit, jedes der Klangereignisse genau so lange zu hören, wie Sie möchten. (Für bequeme Sitze und Liegen ist selbstverständlich gesorgt…)

Salle Robert Krieps, 16:15–18:00 & 21:45–23:30
Steffen Schleiermacher piano
Josef Matthias Hauer: Melodien für wohltemperiertes Instrument für Klavier, Celesta oder Harmonium (Uraufführung)
Josef Matthias Hauer: Zwölftonspiele

Salle Robert Krieps, 18:15–21:30
Nicolas Hodges piano, celesta
Matteo Cesari flûte
Morton Feldman: For Christian Wolff for flute and piano/celesta

Salle José Ensch, 16:30–22:30

«String Quartet(s)»

Georges Lentz: String Quartet(s) (Uraufführung der achtkanaligen Fassung, Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg))
Coopération avec Noise Watchers Unlimited a.s.b.l.

Église Saint-Jean (Stadtgrund), 16:00–24:00

«Spem in Alium»

Terry Wey contre-ténor, ténor
Ulfried Staber baryton, basse
Tore Tom Denys direction de l'enregistrement
Markus Wallner sonorisation
Thomas Tallis: Spem in alium
En coopération avec les Théâtres de la Ville de Luxembourg

Salle Edmond Dune, 17:00–22:15
Minguet Quartett
Ulrich Isfort violon
Annette Reisinger violon
Aroa Sorin alto
Matthias Diener violoncelle
Morton Feldman: String Quartet N° 2

Cloître Lucien Wercollier, 16:00–22:00

«Zen Hoyo»

Liturgie des Zen-Buddhismus
Coopération avec Noise Watchers Unlimited a.s.b.l.

Chapelle, 16:00–24:00

«Song»

Ragnar Kjartansson: Song

Brasserie, ab 16:00
Backstage

«Suggestions du chef»

Empfehlungen für einen ruhigen Nachmittag in der Abtei Neumünster
Avec / Mit Fränk Feitler, Claude Frisoni & Stephan Gehmacher (L / F / D)

En coopération avec le Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster,
les Théâtres de la Ville de Luxembourg et Noise Watchers Unlimited a.s.b.l.

  • ThéâtresVdL, Abbaye de Neumünster

Tickets: 20 € (< 27: 12 €)

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Sonntag 01.12.2013 11:00–23:00
Installationen
(siehe 29.11.)

Grand Foyer
Peter Ablinger: Labyrinth / Warteschlange (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)

Grand Foyer (Niche Foyer / Balcon)
Christoph Herndler: CA 60 MIN

Information & Billetterie
Erwin Stache: Kilo Meter pro Stunde (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung der Neufassung)

Espace Découverte
Patricia Alessandrini: Adagio sans quatuor

Salle de Répétition 2
Lynette Wallworth: Still:Waiting2

Salle de Répétition 1
Ragnar Kjartansson: God

Salon d’honneur
Video lounge

Freier Eintritt

Sonntag 01.12.2013 12:00–18:30
Salle de Musique de Chambre

«The Arditti String Quartet Marathon»

Von der Kurzstrecke zur Langstrecke (mit Stärkungspausen)

Vier spektakuläre Stunden Musik mit einem der besten Streichquartette der Welt. Fünf sehr kurze und fünf sehr lange Stücke. Und vier Stärkungspausen, in denen Slow Food Luxembourg mit Produkten der Region zeigt, warum es auch in kulinarischer Hinsicht das Beste ist, sich Zeit zu nehmen.

Arditti Quartet
Irvine Arditti violon
Ashot Sarkissjan violon
Ralf Ehlers alto
Lucas Fels violoncelle

12:00
Anton Webern: Sechs Bagatellen für Streichquartett op. 9
Luigi Nono: Fragmente – Stille, An Diotima per quartetto d’archi

Kürbiscremesuppe, Brot

13:00
Claude Lenners: unit4 for string quartet (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)
Giacinto Scelsi: String Quartet N° 2

Rinderschmortopf mit Karotten, Kartoffelgratin

14:45
James Saunders: interspersed sometimes with weeds and brambles (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)
Klaus Lang: seven views of white. (Kompositionsauftrag Philharmonie Luxembourg, Uraufführung)

Käseteller, Salat

16:00
György Kurtág: Aus der Ferne V
Terry Jennings: String Quartet

Apfelkuchen, Kompott und Schlagsahne

17:00
Brian Ferneyhough: Adagissimo for string quartet
Morton Feldman: String Quartet N° 1

En coopération avec Slow Food Luxembourg

  • Slow Food

Tickets: 45 € (‹27 Jahre: 27 €)

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Inklusive Slow-Food-Menü mit regionalen Produkten
Anmeldung bis spätestens 22.11.2013

Sonntag 01.12.2013 20:00
Grand Auditorium

«Best Of Slow»

Die Wiederentdeckung der Langsamkeit

Zum Festivalabschluss lässt das OPL Sie die hohe Kunst der Langsamkeit spüren – mit Mahlers Adagietto, Alban Bergs Violinkonzert und einer Auswahl der schönsten ‹langsamen Sätze›, die je für Orchester geschrieben wurden. Manchmal traurig, aber immer unwiderstehlich (Taschentücher werden gratis zur Verfügung gestellt).

Orchestre Philharmonique du Luxembourg
Emilio Pomàrico direction
Ernst Kovacic violon

GiacintoScelsi: Quattropezzi su una nota sola
Henri Dutilleux: Sur le même accord. Nocturne for Violin and Orchestra
Gustav Mahler: Symphonie N° 5: Adagietto
Witold Lutoslawski: Musique funèbre – à la mémoire de Béla Bartók
Alban Berg: Violinkonzert

Tickets: 10 / 15 / 25 € (‹27 ans: 6 / 9 / 15 €)

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