«into the wild»
rainy days 2016
festival de musique nouvelle
02.-11.12.2016

Kraftvoll, wild und urtümlich – das Festival rainy days 2016 bringt Sie an den ersten beiden Dezemberwochenenden diesmal in zeitgenössische Klanglandschaften, in denen der Rasenmäher hoffnungslos überfordert wäre: Wild wuchernde, rahmensprengende Orchesterwerke in zwei Konzerten mit Ilan Volkov und dem OPL. Eine Freejazz-Bigband der wildesten Sorte. Ein Avantgarde-Rock-Trio wie aus dem Wilden Westen. Künstliche Wälder aus der Steckdose, Sagenhelden aus Nordeuropa, Tiger aus Amerika und Krokodile aus Manchester – all das verbindet sich zu einem eklektischen, rauhen Festival für drinnen und für draußen.

Naturgemäß gehören neben Philharmonie, Grand Théâtre und Mudam diesmal auch die Felskulisse rund um die Abtei Neumünster, der sagenumwobene Casino-Keller und die unaufgeräumten Ränder der Stadt zu den Spielorten – Brachlandschaften, Industrieruinen und die unvermeidlichen Shopping Malls im Vorweihnachtstaumel. Und sogar im Konzertsaal dürfen das OPL und das wie immer hochkultivierte ensemble recherche sich endlich einmal in Kraftakten und Wutausbrüchen ergehen…

Information & Kartenverkauf
(+352) 26 32 26 32

Passe-partout rainy days:
50 € (<27 Jahre: 30 €)

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Freitag 02.12.2016 19:00
Philharmonie, Grand Auditorium

«Berlin – Helsinki»

Orchestre Philharmonique du Luxembourg
Ilan Volkov direction
Toimii Ensemble
Magnus Lindberg piano
Kari Kriikku clarinette
Anssi Karttunen violoncelle
Jussi Markkanen, Riku Niemi percussion
Juhani Liimatainen son

Jean Sibelius: Lemminkäinen’s Return op. 22 N° 4
Symphonie N° 7
Magnus Lindberg: Kraft

Après le concert, Foyer
Harri Kaitila & The Riku Niemi Tango Ensemble
Highlights of Tango Finlandés and Tango Argentino

Magnus Lindbergs Kraft ist die Antwort der Orchestermusik auf Punkrock. Schlaginstrumente vom Schrottplatz, durch den Saal rennende Solisten und den Raum erfüllende Elektronik verleihen diesem für Magnus Lindbergs eigene ‹Band› geschriebenen Konzert enorme Energie. Wenig überraschend, wenn man weiß, dass der 25-Jährige damals, um 1980, in Berlin den Underground rund um Gruppen wie Einstürzende Neubauten entdeckte; noch weniger überraschend, wenn man weiß, wieviel Kraft bereits in der «finnischen Muttermilch» steckt, als welche Lindberg die Musik von Sibelius heute bezeichnet. Dessen letzte und ungewöhnlichste Symphonie und der letzte Teil der Symphonischen Dichtung um den magischen Sagenhelden aus der Kalevala stehen ebenfalls auf dem Programm dieser ersten Zusammenarbeit des OPL mit Ilan Volkov, dem ehemaligen BBC Scottish Symphony Orchestra-Chefdirigenten und Gründer des Tectonics Festival. Im Foyer lässt sich anschließend entdecken, warum ausgerechnet Finnland neben Argentinien als Weltzentrum des Tangos gilt…

Tickets: 25 / 35 45 €
( < 27 Jahre: 15 / 21 / 27 €)

Tickets

Samstag 03.12.2016 18:30
Grand Théâtre, Studio

«Sound Theatre with Crocodiles»

Distractfold
Rocío Bolaños clarinets, electronics
Nico Couck electric guitar, objects, electronics
Linda Jankowska violin, objects, electronics
Emma Richards viola, objects, electronics
Alice Purton cello, objects, electronics
Sabrina Schroeder transducers
Mauricio Pauly artistic director, bass guitar, electronics
Sam Salem artistic director, sound diffusion, electronics
Constantin Popp technical director

Alexis Guneratne: figure point horizon
Ana Dall’ara Majek: Bacillus Chorus
Hans-Joachim Hespos: Zeitschnitte
Mauricio Pauly: Sky Destroys Dog
Sabrina Schroeder: Bone Games
Sam Salem: Himlen Var
Michelle Lou: crocodiles 1b

Krokodile (unter Biologen als Crocodylinae bekannt) sind große, amphibische, fleischfressende Reptilien, die im gesamten Tropengürtel in Afrika, Asien, Amerika und Australien beheimatet sind. Sie fühlen sich in Flüssen, Seen, Feuchtgebieten sowie in Brackwasser und Salzwasser zuhause. Im Unterschied zu Alligatoren halten sie Kälte überhaupt nicht aus. Distractfold hingegen sind ein sensationelles junges Ensemble aus Manchester. Ihre Spezialität ist eine wilde Mischung aus instrumentaler, elektronischer und hybrider Musik des 21. Jahrhunderts. Mit Leuten aus den Bereichen Design, Architektur, Photographie und Film haben sie interdisziplinäre Projekte mit Live-Musik und Tanz an der Architectural Association in London entwickelt. Sie sind das erste britische Ensemble, das den renommierten Kranichsteiner Musikpreis gewann. Derzeit sind sie Ensemble in residence an der Harvard University. Wenn das rainy days Festival im Dezember 2016 unter dem Titel «into the wild» in die Wildnis aufbricht, werden Distractfold die Studio-Bühne des Grand Théâtre verwandeln. Gut möglich, dass dabei Seen und Feuchtgebiete entstehen, obwohl elektronische Musikinstrumente üblicherweise Süß- und Salzwasser überhaupt nicht aushalten. Wie auch immer – die Krokodile kommen nach Luxemburg. Gummistiefel wärmstens empfohlen…

Tickets: 20 €
(< 26 Jahre: 8 €)

Tickets

Samstag 03.12.2016 21:00
Philharmonie, Grand Auditorium

OPL / Volkov

Orchestre Philharmonique du Luxembourg
Ilan Volkov direction

Rued Langgaard: Symphonie N° 5 «Sommer-Sagnsdrama»
Jorge E. López: Symphonie N° 4 (commande Wien Modern, ORF RSO Wien, Philharmonie et OPL)

«Ich habe gar nicht gewusst, dass ich ein Langgaard-Epigone bin», soll György Ligeti erstaunt ausgerufen haben, als er erstmals die Partitur von dessen 1916–1918 komponierter Sphärenmusik durchblätterte. Die aus derselben Zeit stammende Erstfassung der Fünften Symphonie ist einer der Gründe für die Wiederentdeckung des 1893 geborenen Dänen – vor dem Hintergrund sommerlich-skandinavischer Naturassoziationen vereint Langgaard opulenten Orchesterklang und eine «verwilderte Phantasie», die damals Kritiker irritierte und für den erstaunlich frischen Klang seiner Musik in heutigen Ohren sorgt. Hauptstück dieses zweiten OPL-Konzerts unter Ilan Volkov ist die brandneue Vierte Symphonie eines viel jüngeren «wilden Außenseiters» der Orchesterwelt: Der 1955 in Havanna geborene Jorge E. López lebt wahlweise in Wien und am Großglockner und schrieb mit der einstündigen Vierten ein Werk, das Traumbilder (wie die «Hymne der Armee aller Deserteure aus allen Armeen des Ersten Weltkriegs») und einen Rückblick auf Jahrzehnte seines Lebens und Komponierens zu einem großen Bogen vereint.

Tickets: 20 €
(< 27 Jahre: 12 €)

Tickets

Sonntag 04.12.2016 16:00
Mudam Luxembourg, Jardin des sculptures

«Forêt profonde»

Noise Watchers Acousmonium
Tuba Consort Luxembourg
Jean Thill direction Tom Braqué tuba
Philippe Schwartz euphonium

Francis Dhomont: Forêt profonde
Albena Petrovic-Vratchanska: The Lonely
François Bayle: L’Aventure du cri
Roby Glod: La Merla Bianca
Arthur Stammet: Trombopigmalimba’s Dream
Albena Petrovic-Vratchanska: El bosque encantado op. 125
Luc Ferrari: Hétérozygote
Maurizio Spiridigliozzi: Earthquake
David Zink Yi: Neusilber (New Silver)

Production Philharmonie Luxembourg, Noise Watchers, Mudam Luxembourg

Passend zum Aluminium-Palmenwäldchen im Jardin des sculptures im Mudam machen sich die Noise Watchers mit ihrem Lautsprecherorchester, verstärkt um Tom Braqué und das Tuba Consort Luxembourg, auf an die Grenze von Kunst und Natur, in den «tiefen Wald» der elektronischen Klänge. Klassiker der akusmatischen (Lautsprecher-)Musik von Francis Dhomont, François Bayle und Luc Ferrari stehen neuen Stücken von Luxemburger KomponistInnen gegenüber.

Freier Eintritt

Sonntag 04.12.2016 18:00
Philharmonie, Salle de Musique de Chambre

PHACE: Billone

PHACE
Leonhard Garms direction
Anna Clare Hauf voix

Pierluigi Billone: Face für Stimme und Ensemble
(commande Philharmonie et Wien Modern)

Wenn irgendjemand das «Kulturdenkmal» Sopranstimme vollkommen neu erfinden kann, dann ist es wohl Pierluigi Billone. Der in Wien lebende, bei Salvatore Sciarrino und Helmut Lachenmann ausgebildete Komponist hat für seine neue, «wirklich sehr wilde» Komposition für Stimme und Ensemble gemeinsam mit der Sängerin Anna Clare Hauf die Klangmöglichkeiten der Stimme neu ausgelotet.

«Die traditionelle expressiv-psychologische oder mechanisch-instrumentale Behandlung der Stimme spielt in diesem Werk keine Rolle mehr. Es geht um die Schwingung des Körpers und den Klang der Stimme, nicht um den musikalischen Ausdruck eines Textes. Das Wort kommt zuletzt; die alte Hierarchie wird umgekehrt: der Körper kaut, verschlingt, trinkt, spuckt, erbricht oder baut das Wort neu. Meiner Ansicht nach ist dieser Ansatz momentan wichtiger als die Vertonung eines Textes oder gar das Komponieren einer Oper.» (Pierluigi Billone)

Tickets: 15 €
(< 27 Jahre: 9 €)

Tickets

Sonntag 04.12.2016 20:00
Philharmonie, Grand Auditorium

London Jazz Composers Orchestra

Barry Guy bass, direction
Jürg Wickihalder, Michael Niesemann, Julius Gabriel, Simon Picard, Pete Mc Phail saxophones
Henry Lowther, Martin Eberle, Rich Laughlin trumpet
Konrad Bauer, Chris Bridges, Alan Tomlinson trombone
Marc Unternährer tuba
Phil Wachsmann violin
Barre Phillips bass
Tom Rainey, Fabian Jung percussion
Agustí Fernández piano

Barry Guy: Radio Rondo; Harmos

Einer der Gründe, warum dieses Energiezentrum des Freejazz äußerst selten live zu erleben ist, liegt in dem typisch britischen Understatement seines Namens: Die vor über 40 Jahren gegründete Ausnahme-Bigband rund um den Bassisten Barry Guy vereint mittlerweile Jazz- und Improv-Stars aus London, Deutschland, der Schweiz, Frankreich und den USA.

«LJCO is a band of soloists, and as such everybody’s playing for their life. There are no passengers. The LJCO in concert is as much about physical force of sound as it is about musical information – it’s a portrait of the future.» (Barry Guy)

Tickets: 15 €
(< 27 Jahre: 9 €)

Tickets

Freitag 09.12.2016 17:30; 20:00; 22:30
Abfahrt Philharmonie

«Black Mirror» Concert installation

United Instruments of Lucilin
Alexander Schubert conception, composition,
performance, electronics

Daniel Dominguez conception, dramaturgie

Alexander Schubert: Black Mirror (création, commande United Instruments of Lucilin)

Production United Instruments of Lucilin, Philharmonie

Den Aufbruch in die Wildnis nimmt der 1979 in Bremen geborene, genresprengende Komponist Alexander Schubert wörtlich: Bei der Philharmonie beginnt eine Busreise an die verwilderte Außengrenze der Stadt Luxemburg, ein nächtlicher Abenteuerausflug zu einem vergessenen Hotel, das seit Jahren dem Verfall preisgegeben ist. Einsatz, grobes Schuhwerk und warme, unempfindliche Kleidung sind gefragt, denn im struppigen Gelände werden die BesucherInnen zu Mitwirkenden. Mitten im Ruinengerümpel und im Stroboskopgewitter verschwimmen die Rollen der MusikerInnen der United Instruments of Lucilin und der Festivalgäste. Eher ein Trip als ein Konzert, und eher nichts für schwache Nerven – aber das soll bei Wochenendausflügen ins Grüne ja gelegentlich vorkommen…

Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung im Außenbereich in unwegsamem Gelände und in ungeheizten, schmutzigen Räumlichkeiten sowie im Dunkeln und mit Stroboskopbeleuchtung stattfindet (für Epileptiker ungeeignet). Bitte sehen Sie warme und unempfindliche Kleidung samt Wanderschuhen vor. Menschen mit Angst vor Dunkelheit oder mit Gehbehinderungen raten wir vom Besuch dieser Veranstaltung ab. Teilnahme ab 16 Jahren.

Tickets: 15 €
(< 27 Jahre: 9 €)

Tickets

Samstag 10.12.2016 18:00; 20:00; 22:30
Abfahrt Philharmonie

«Black Mirror» Concert installation

United Instruments of Lucilin
Alexander Schubert conception, composition,
performance, electronics

Daniel Dominguez conception, dramaturgie

Alexander Schubert: Black Mirror (création, commande United Instruments of Lucilin)

Production United Instruments of Lucilin, Philharmonie

Den Aufbruch in die Wildnis nimmt der 1979 in Bremen geborene, genresprengende Komponist Alexander Schubert wörtlich: Bei der Philharmonie beginnt eine Busreise an die verwilderte Außengrenze der Stadt Luxemburg, ein nächtlicher Abenteuerausflug zu einem vergessenen Hotel, das seit Jahren dem Verfall preisgegeben ist. Einsatz, grobes Schuhwerk und warme, unempfindliche Kleidung sind gefragt, denn im struppigen Gelände werden die BesucherInnen zu Mitwirkenden. Mitten im Ruinengerümpel und im Stroboskopgewitter verschwimmen die Rollen der MusikerInnen der United Instruments of Lucilin und der Festivalgäste. Eher ein Trip als ein Konzert, und eher nichts für schwache Nerven – aber das soll bei Wochenendausflügen ins Grüne ja gelegentlich vorkommen…

Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung im Außenbereich in unwegsamem Gelände und in ungeheizten, schmutzigen Räumlichkeiten sowie im Dunkeln und mit Stroboskopbeleuchtung stattfindet (für Epileptiker ungeeignet). Bitte sehen Sie warme und unempfindliche Kleidung samt Wanderschuhen vor. Menschen mit Angst vor Dunkelheit oder mit Gehbehinderungen raten wir vom Besuch dieser Veranstaltung ab. Teilnahme ab 16 Jahren.

Tickets: 15 €
(< 27 Jahre: 9 €)

Tickets

Samstag 10.12.2016
11:00–12:00, Belle Étoile
13:30–15:00, Auchan
17:00–17:20; 19:30–19:50, Philharmonie

«This whole world is wild at heart
and weird on top» Head & Phones Performances

David Helbich (création, commande Philharmonie)

Stücke für professionelle Musiker zu komponieren hat ihn irgendwann nicht mehr interessiert. Stattdessen hat David Helbich, seit Jahren in der Brüsseler Tanz- und Performance-Szene zuhause und Betreiber des Kult-Photoblogs «Belgian Solutions», sich darauf verlegt, seine Stücke direkt für das Publikum zu schreiben: Einfache Performance-Anleitungen laden Sie dazu ein, in ungewohnte Rollen zu schlüpfen und Orte völlig neu zu entdecken. Mit etwas Fantasie wird das Parkdeck eines Supermarktes zum Garten von Versailles…

Freier Eintritt

Samstag 10.12.2016 16:00
Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster

The Bock, Festung Europa

École de Musique de l’UGDA
Daniel Ott composition, conception
Enrico Stolzenburg mise en scène, conception

Daniel Ott / Enrico Stolzenburg: The Bock, Festung Europa.
Ein Panorama
(création, commande Philharmonie)

Production Philharmonie Luxembourg
Coproduction Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster et l’École de Musique de l’UGDA – Union Grand-Duc Adolphe
En coopération avec la Ville de Luxembourg – Service des Parcs, Luxembourg City Tourist Office

Die Festung Luxemburg war bis zur Schleifung 1867 das «Gibraltar des Nordens». Daniel Ott, Enrico Stolzenburg und Hunderte junger MusikerInnen der UGDA verwandeln im Festival rainy days den Bockfelsen in ein klingendes Panorama, in ein Symbol dieses mächtigen Europas, an dessen Küste aktuell Hunderttausende stranden, Zuflucht suchen oder auf dem Weg dorthin sterben. Das Publikum steht im Hof der Abtei Neumünster, Blasorchesterklang hüllt den Bockfelsen ein, die Petrusse wird zum Meer, es entwickelt sich ein tosendes Klangkontinuum voller kleiner Bewegungen und Klangaktionen aus den Kasematten, von ganz oben, aus den Gärten, vom Fluss her. Zahlreiche Schlagzeuger bringen die Materialien vor Ort zum Klingen, Lautsprecher öffnen einen Assoziationsraum von Demonstrationen in Deutschland, Griechenland, Ceuta und Melilla über Polizeisirenen, Muezzinrufe und Wassergeräusche bis hin zum Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Morsecode: «Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen». Was ist Europa heute? Eine «Insel der Seligen» oder ein Rettungsboot?

Bitte dem Wetter angemessene Kleidung tragen, die Aufführung findet im Außenbereich statt.
Dauer: ~30’

Freier Eintritt

Samstag 10.12.2016 16:30–00:30
Place du Glacis / Parking

«Ouvertüre zu Nichts» Intervention im öffentlichen Raum

Steve Kaspar / Trixi Weis (création, commande Philharmonie)

Bitte dem Wetter angemessene Kleidung tragen, die Performance findet im Außenbereich statt.

Freier Eintritt

Samstag 10.12.2016 17:30
Philharmonie, Salle de Musique de Chambre

«Wut im Bauch»

ensemble recherche

Milica Djordjevic: Rdja [Rost]
Henry Cowell: Anger Dance
Tiger
Iris ter Schiphorst: …und Pommerland ist abgebrannt
Wolfgang Rihm: Paraphrase
Antti Auvinen: Campiogesang für Flöte, Klarinette, Klavier, Schlagzeug
Catherine Kontz: Die Regenmacher (création, commande Philharmonie)
Sergej Newski: Wut
Allegro hemmungsloso
Salvatore Sciarrino: Let me die before I wake
Philippe Hurel: Pas à pas

Das ensemble recherche, 1985 gegründet, seither für rund 600 Uraufführungen verantwortlich und immerhin an den letzten elf rainy-days-Festivals beteiligt, ist ein wenig ‹der Gentleman unter den Ensembles›: Stets korrekt gekleidet, von vorbildlicher Höflichkeit und – wie der Ensemblename andeutet – mit umfassender Bildung, steht es für wirklich makellose, präzise Interpretationen, und das Ganze sogar völlig ohne Dirigenten. Auch bei schwierigsten Partituren, die manch anderes Ensemble zum lauten Fluchen verleiten würden, wahren die MusikerInnen stets die Contenance und spielen, als wäre zeitgenössische Musik ein «walk in the park». Aber was passiert, wenn die acht Damen und Herren aus Freiburg einmal dazu eingeladen werden, die Wut aus dem Bauch rauszulassen? Elf wilde Stücke von Henry Cowells Anger Dance aus dem Jahre 1914 bis zur Uraufführung eines neuen Stücks der Luxemburgerin Catherine Kontz.

Tickets: 15 €
(< 27 Jahre: 9 €)

Tickets

Samstag 10.12.2016 20:00
Philharmonie, Grand Auditorium

«Ford: 3 Bad Men»

Blueblut
Pamelia Stickney thérémine
Mark Holub batterie
Chris Janka guitar

Film: 3 Bad Men (1926)
John Ford réalisation
John Stone script (d’après le roman Over the Border de Herman Whitaker
George O’Brien, Olive Borden, Lou Tellegen acteurs
Blueblut musique (2016, création, commande Philharmonie)

Komödie, Romanze, Drama und Actionfilm vereint John Ford in diesem Ausnahmewestern. Passend zum Festivalthema «into the wild» erwartet Sie hier die vermutlich wildeste Wildwest-Wettfahrt der Filmgeschichte sowie die Premiere der neuen Filmmusik des Avant-Rock-Trios Blueblut mit der atemberaubenden Theremin-Virtuosin Pamelia Stickney.

Presented by special arrangement with 20th Century Fox.
© 1926 William Fox.
Renewed © 1953 Twentieth Century Fox Film Corporation.
All Rights Reserved.
Coproduction Cinémathèque de la Ville de Luxembourg et Philharmonie Luxembourg

Tickets: 10 / 15 / 25 €
(< 27 Jahre: 6 / 9 / 15 €)

Tickets

Sonntag 11.12.2016 16:00
Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster

The Bock, Festung Europa

École de Musique de l’UGDA
Daniel Ott composition, conception
Enrico Stolzenburg mise en scène, conception

Daniel Ott / Enrico Stolzenburg: The Bock, Festung Europa.
Ein Panorama
(création, commande Philharmonie)

Production Philharmonie Luxembourg
Coproduction Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster et l’École de Musique de l’UGDA – Union Grand-Duc Adolphe
En coopération avec la Ville de Luxembourg – Service des Parcs, Luxembourg City Tourist Office

Die Festung Luxemburg war bis zur Schleifung 1867 das «Gibraltar des Nordens». Daniel Ott, Enrico Stolzenburg und Hunderte junger MusikerInnen der UGDA verwandeln im Festival rainy days den Bockfelsen in ein klingendes Panorama, in ein Symbol dieses mächtigen Europas, an dessen Küste aktuell Hunderttausende stranden, Zuflucht suchen oder auf dem Weg dorthin sterben. Das Publikum steht im Hof der Abtei Neumünster, Blasorchesterklang hüllt den Bockfelsen ein, die Petrusse wird zum Meer, es entwickelt sich ein tosendes Klangkontinuum voller kleiner Bewegungen und Klangaktionen aus den Kasematten, von ganz oben, aus den Gärten, vom Fluss her. Zahlreiche Schlagzeuger bringen die Materialien vor Ort zum Klingen, Lautsprecher öffnen einen Assoziationsraum von Demonstrationen in Deutschland, Griechenland, Ceuta und Melilla über Polizeisirenen, Muezzinrufe und Wassergeräusche bis hin zum Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Morsecode: «Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen». Was ist Europa heute? Eine «Insel der Seligen» oder ein Rettungsboot?

Bitte dem Wetter angemessene Kleidung tragen, die Aufführung findet im Außenbereich statt.
Dauer: ~30’

Freier Eintritt

Sonntag 11.12.2016 ~16:45
Treffpunkt: Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster (Innenhof)

«I wish you’d sing me Love me tender» Body & Building Performances

David Helbich (création, commande Philharmonie)

Bitte dem Wetter angemessene Kleidung tragen, die Performance findet im Außenbereich statt. Beginn im Anschluss an die Aufführung von «The Bock», anschließend gemeinsamer Fußweg zum Casino.

Freier Eintritt

Sonntag 11.12.2016 18:00
Casino – Forum d’art contemporain / Caves

JSX: rainy days Finale

Jorge Sánchez-Chiong turntables

Wenn der in Caracas / Venezuela geborene Jorge Sánchez-Chiong nicht gerade am Schreibtisch Noten zu Papier bringt, steht er als unberechenbarer Hochgeschwindigkeitsvirtuose an den Turntables. Im Unterschied zum gepflegten DJing kann bei wilderen Turntablists schon einmal eine Platte zu Bruch gehen – aber dem stilvollen Abschluss der rainy days 2016 in den sagenumwobenen Kellergewölben des Casino würden ein paar Kratzer im Vinyl sicher gut stehen. Für Getränke ist auf jeden Fall gesorgt…

Freier Eintritt